Auch heuer wurden an der Maturitätsfeier der Kantonsschule Kreuzlingen im «Dreispitz» die besten Maturitätsarbeiten des Jahrganges ausgezeichnet. Die Emil-Halter-Stiftung für Jugendförderung im Thurgau offerierte die Preise und der Beirat der KSK fungierte als Jury.
Corina Tobler
Prorektor Daniel Hurtado, der die Ehrungen vornahm, kommentierte einleitend, die Maturitätsarbeit sei das perfekte Übungsfeld für das Zusammenspiel aus Reproduktion von bestehendem Wissen und Kreativität für die Schaffung neuer Inhalte. «Verlässlicher und korrekter Umgang mit bestehenden Fakten, gepaart mit Kreativität und dem Wunsch, etwas Neues zu schaffen, können hervorragende Ergebnisse erzielen», sagt Hurtado. Dies sowohl mit Blick auf die besten Arbeiten des Jahrganges als auch auf die universitäre Zukunft der Abgängerinnen und Abgänger.

Tobias Brack (26Ma) erhielt den Preis der Stiftung für Jugendförderung für seine Arbeit mit dem Titel «Isolation und Charakterisierung von Bakteriophagen mit Wirksamkeit gegen Pseudomonas aeruginosa». Betreut wurde er von Annika Jäger. Tobias weist in der Arbeit, die ihm auch beim Jugendwettbewerb von Think Tank Thurgau einen Preis (3. Rang) einbrachte, auf die wachsende Bedrohung durch das häufig antibiotikaresistente Bakterium Pseudomonas aeruginosa hin und fokussiert auf den Einsatz von Bakteriophagen als Möglichkeit zur Bekämpfung von Infektionen. Tobias isolierte das genannte Bakterium aus verschiedenen Abwasseranlagen und konnte die Wirksamkeit der gewonnenen Phagen eindrucksvoll nachweisen. So leistet er laut Jury einen wertvollen Beitrag zur Suche nach innovativen Lösungsansätzen im Kampf gegen die Antibiotikaresistenz. Dies kann letztlich Leben retten.
Mirjam Ebinger (26Mc) wurde für ihre Arbeit «Obsessive-Compulsive Disorder Represented in a Novel» ausgezeichnet, die von Corina Tobler betreut wurde. In dieser Arbeit, so die Jury, setze sich Mirjam Ebinger auf eindrückliche und kreative Weise mit dem Thema Zwangsstörungen auseinander. Durch die Verbindung eines äusserst fundierten theoretischen Teils mit ihrem selbst verfassten Roman «A Cloudy Sky» auf höchstem literarischen Niveau gelinge es ihr, Verständnis und Sensibilität für psychische Erkrankungen zu fördern und gesellschaftliche Vorurteile abzubauen. Sie leiste damit einen wertvollen Beitrag zu den UNO-Zielen Gesundheit, Bildung und Gleichstellung.
Ladina Faas (26Mc) wird der Preis der Stiftung für Jugendförderung für die Arbeit «Konversionstherapie – Ein Kurzfilm» überreicht. Carina Lukosch betreute die Arbeit. Ladina beleuchtete die historischen Ursprünge der Konversionstherapie, also der Idee, geschlechtliche Identifikation und sexuelle Orientierung seien therapierbar, und untersuchte die rechtlichen Rahmenbedingungen dieser Praxis. Mit der Wahl eines Themas, das in der öffentlichen Diskussion zuletzt eher in den Hintergrund getreten ist, greift Ladina laut Jury eine Fragestellung von hoher gesellschaftlicher Relevanz auf. Ergänzend zu ihrer schriftlichen Arbeit hat Ladina einen gelungenen Kurzfilm erstellt, in dem sie die Thematik eindrücklich und überzeugend umsetzte.
Nils von Kampen (26Mz) erhielt den Preis der Stiftung für Jugendförderung für die Arbeit «Entwicklung einer KI-basierten App zur Unterstützten Kommunikation (UK) für Menschen mit sprachlicher Beeinträchtigung ». Diese hat er unter der Betreuung von Anna Kisters und Beat Trachsler verfasst. Die Jury betont, Nils habe mit seiner Maturitätsarbeit eine aussergewöhnlich innovative und gesellschaftlich hochrelevante Arbeit vorgelegt. Im Zentrum steht die Entwicklung einer eigenen App zur Unterstützten Kommunikation, die gesprochene Sprache in leicht verständliche Piktogramme überführt. Nils verbindet dabei technische Komplexität mit einem klaren sozialen Anliegen und überzeugt durch eine bemerkenswerte Eigenleistung in der Konzeption und Umsetzung eines digitalen Hilfsmittels. Die Arbeit beeindruckte früher im Kalenderjahr auch die Jury von Think Tank Thurgau, die ihm ex aequo mit Tobias Brack den 3. Preis ihres Wettbewerbs verlieh.

